Gemeinde Tü/Rt Kirchengemeinde Tübingen/Reutlingen Rumänische Orthodoxe Kirchengemeinde St. Georg und St. Siluan Tü/Rt Rumänische Orthodoxe Kirchengemeinde St. Georg und St. Siluan Tü/Rt
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Zwischen Glauben, Gemeinschaft und unseren Wurzeln


Wann: 11.10.2026<

Das Wochenende vom 10. bis 11. Oktober war für unsere Pfarrgemeinde in Tübingen von besonderen Begegnungen und vielfältigen Ereignissen geprägt. Wir durften zwei wichtige Veranstaltungen im Leben unserer Kirche und unserer Gemeinschaft ausrichten: das Treffen der Priesterfrauen der Rumänisch-Orthodoxen Erzdiözese für Deutschland, Österreich und Luxemburg sowie die Feier des zweiten Kirchenpatrons unserer Gemeinde, des Heiligen Siluan vom Athos. Beide Veranstaltungen fanden in Anwesenheit Seiner Exzellenz Sofian Brașoveanul, Vikarbischof unserer Erzdiözese, statt.

Die Priesterfrau zwischen Weiblichkeit, Stärke und Glauben

Das Treffen der Priesterfrauen stand unter dem Leitgedanken: „Die Priesterfrau zwischen Weiblichkeit, Stärke und Glauben – Inspirationen und Impulse von der Gottesmutter und verschiedenen Heiligen“.

Ausgehend vom Vorbild der Gottesmutter und anderer Heiliger hatten die Teilnehmerinnen Gelegenheit, über ihre Berufung nachzudenken und Erfahrungen aus ihrem persönlichen Leben sowie aus ihrem Dienst an der Seite ihrer Ehemänner auszutauschen. Dabei ging es nicht nur um die Betrachtung christlicher Tugenden, sondern auch um gegenseitiges Zuhören, Verständnis und die Stärkung persönlicher Beziehungen.

Die Begegnung bot den Priesterfrauen die Möglichkeit, einander näherzukommen und neue Kraft für die Herausforderungen des Familienlebens und ihres kirchlichen Dienstes zu schöpfen. Zugleich wurde deutlich, wie wertvoll gegenseitige Unterstützung und ein lebendiges Netzwerk der Gemeinschaft sind.

Eine wichtige Rolle bei der Organisation spielte Adina Gilla, die Koordinatorin der Priesterfrauengruppe „Maria Stăniloae“, gemeinsam mit Erzpriester Nicolae Gilla und der Pfarrgemeinde Tübingen, die die Gäste herzlich willkommen hieß.

Feier des zweiten Kirchenpatrons: Heiliger Siluan vom Athos

Am Sonntag, dem 11. Oktober, versammelte sich die Gemeinde zum gemeinsamen Gebet und zur Feier des zweiten Patroziniums unserer Pfarrei, das dem Heiligen Siluan vom Athos gewidmet ist.

Die Göttliche Liturgie, die in Anwesenheit Seiner Exzellenz Sofian Brașoveanul gefeiert wurde, war ein besonderer Moment der geistlichen Gemeinschaft und des Dankes an Gott. Die Kinder unserer Gemeinde bereicherten den Gottesdienst, indem sie das Troparion des Heiligen Siluan sowie einen Mariengesang vortrugen. Ihre Stimmen verliehen der Feier eine besondere Freude und Herzlichkeit.

Ein weiterer Höhepunkt war die Vernissage der Ikonen unseres geschätzten Alexandru Genete. Seine Werke wurden in der Kirche ausgestellt und luden die Gläubigen dazu ein, die Schönheit der Ikonenmalerei und ihre Bedeutung als Ausdruck des orthodoxen Glaubens näher kennenzulernen.

Nach dem Gebet am Ambo wurden sowohl die ausgestellten Ikonen als auch die von Gläubigen mitgebrachten Ikonen gesegnet. Dies geschah an einem Sonntag, an dem die Kirche der Heiligen Väter des Siebten Ökumenischen Konzils gedenkt, die den orthodoxen Glauben und die Verehrung der heiligen Ikonen verteidigt haben.

Gastfreundschaft, Tradition und die Freude am Miteinander

Nach der Göttlichen Liturgie wurde die Feier bei einer gemeinsamen Agape fortgesetzt, die von den Gemeindemitgliedern mit viel Engagement und Großzügigkeit vorbereitet worden war. Einen besonderen Beitrag leisteten die Gläubigen aus der Region Mehedinți, würdig vertreten durch die Familie Paraschiv, die sich mit großem Einsatz an der Vorbereitung des gemeinsamen Mahls beteiligte.

Die Agape war weit mehr als eine gemeinsame Mahlzeit. Sie wurde zu einem Ort der Begegnung, des Austauschs und der Freude am Miteinander. In herzlicher Atmosphäre konnten Beziehungen vertieft und die Verbundenheit innerhalb unserer Gemeinde gestärkt werden.

Im Anschluss führten die Jugendlichen unserer Pfarrei das deutschsprachige Theaterstück „Zwischen zwei Welten“ auf. Darin setzten sie sich mit einer Erfahrung auseinander, die viele rumänische Familien in der Diaspora prägt: dem Leben zwischen zwei Welten – dem Herkunftsland und dem Land, in dem sie heute zu Hause sind.

Mit viel Feingefühl thematisierten die Jugendlichen Fragen nach Identität, Herkunft und Integration. Das Stück regte dazu an, darüber nachzudenken, wie die eigenen Wurzeln bewahrt und zugleich neue Lebenswelten angenommen werden können. Es machte deutlich, dass die Zugehörigkeit zu zwei Kulturen keine unüberwindbare Trennung bedeuten muss, sondern auch eine Bereicherung sein kann.

Das Programm wurde durch eine Präsentation über die rumänische Region Mehedinți abgerundet. Unser geschätzter Psalmsänger Cristian Stănciulescu, der selbst aus dieser Region stammt, stellte deren geografische, geschichtliche und ethnografische Besonderheiten vor.

Die Teilnehmer erhielten dadurch einen Einblick in die landschaftliche Schönheit und den kulturellen Reichtum dieser Region. Traditionen, geschichtliche Zeugnisse und regionale Besonderheiten ließen die Verbindung zur Heimat und zum rumänischen Kulturerbe lebendig werden.

Ein Glaube, der verbindet, und Wurzeln, die uns begleiten

Wenn wir auf diese beiden Tage zurückblicken, erfüllt uns große Dankbarkeit für die Begegnungen, das gemeinsame Gebet und die vielen Gaben, die dieses Wochenende zu etwas Besonderem gemacht haben.

Wir danken Gott für seinen Segen und Seiner Exzellenz Sofian Brașoveanul für seine Anwesenheit und das gemeinsame Gebet. Unser Dank gilt ebenso den teilnehmenden Priesterfrauen, den Organisatorinnen, Adina Gilla, Erzpriester Nicolae Gilla und allen Gemeindemitgliedern, die sich mit viel Einsatz an der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen beteiligt haben.

Ein besonderer Dank gilt auch den Kindern und Jugendlichen unserer Gemeinde, Alexandru Genete, der Familie Paraschiv, Cristian Stănciulescu und allen weiteren Mitwirkenden, die mit ihren Talenten, ihrer Zeit und ihrem Engagement zum Gelingen dieser Tage beigetragen haben.

In seiner Reflexion über die vergangenen Tage erinnerte Bischof Sofian Brașoveanul mit einem Vers des rumänischen Dichters Vasile Militaru an die Bedeutung von Hoffnung und Einsatz:

„Ohne Hoffnung und ohne Mühen
wächst kein Weizen auf den Fluren;
doch mit beiden vor dem Pflug
wird das Land gesegnet reich an Frucht.“

Glaube, Hoffnung und gemeinsames Bemühen tragen Früchte im Leben einer Gemeinde. Wenn wir uns um Christus versammeln, füreinander beten, unsere Gaben miteinander teilen und unsere Wurzeln lebendig halten, erfahren wir, dass die Kirche ein Ort ist, an dem Menschen verschiedener Generationen und Kulturen zusammenfinden und zu einer wahren Familie werden können.

Ehre sei Gott für alles!

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