„Guten Tag, liebe Gastgeberin!
Wir sind zur Șezătoare gekommen,
heute in dein Haus,
wenn du uns freundlich empfängst,
kommen wir auch ein andermal wieder.“
Mit diesem traditionellen Gruß trafen sich am Samstag, den 7. Februar, mehrere junge Mädchen und einige Mütter im Haus der Familie Dima zu einer Șezătoare – ganz wie in früheren Zeiten.
Diese Veranstaltung fand im Rahmen des Katechese-Wettbewerbs statt und hatte das Ziel, die Schönheit des Familienlebens, des gemeinsam gelebten Glaubens und der von Generation zu Generation weitergegebenen Werte neu ins Bewusstsein zu rufen.
Bereits am Vortag hatte Frau Irina Groza einige Mädchen und junge Frauen – darunter auch die Tochter der Gastgeberfamilie – in die Kunst der Zubereitung traditioneller „Plăcinte“ eingeführt, die für die Șezătoare vorbereitet wurden.
Die Begegnung ließ die Atmosphäre der traditionellen Zusammenkünfte von einst wieder aufleben, als sich die Dorfbewohner in gastfreundlichen Häusern versammelten und Handarbeit mit Gebet, Gesang und bedeutungsvollen Geschichten verbanden. In rumänischer Tracht gekleidet, erfüllten die Frauen und Mädchen diesen alten Brauch mit neuem Leben und zeigten, dass Tradition auch heute authentisch gelebt werden kann.
Ein besonderer Moment war die Vorstellung des Webstuhls – ein Symbol für Fleiß und familiären Zusammenhalt. Die Freude war groß, eine Großmutter aus Rumänien unter uns zu haben, die die Bedeutung des Webstuhls im traditionellen Haushalt erklärte. Sie betonte, dass – so wie die Fäden sich harmonisch zu einem festen Gewebe verbinden – auch die Mitglieder einer Familie in Liebe, Geduld und gegenseitiger Unterstützung miteinander verbunden sein sollen.
Ebenso wurden praktische Vorführungen zur Arbeit mit dem Spinnrocken gezeigt, die an die Tätigkeiten der Frauen früherer Zeiten erinnerten. Darüber hinaus fanden kleine Workshops zum Nähen von „Mărțișor“-Anhängern statt – Zeichen des Frühlings und der inneren Erneuerung. Durch diese praktischen Aktivitäten verstanden die jungen Teilnehmerinnen, dass Traditionen nicht bloß Bräuche sind, sondern Ausdruck unserer Identität und unseres Glaubens.
Die Șezătoare wurde bereichert durch Erzählungen darüber, wie solche Treffen einst im rumänischen Dorf stattfanden, sowie durch das Zitieren weiser Sprichwörter. All dies unterstrich die zentrale Botschaft des Themas: Familie und kirchliche Gemeinschaft sind Orte, an denen wir unsere Traditionen erlernen, Liebe, Vergebung, Gebet und Gemeinschaft praktizieren und unser Gefühl von „Zuhause“ vertiefen.
Zur Stärkung wurden die Teilnehmerinnen mit einer traditionellen rumänischen Suppe und frischen „Colăcei“ bewirtet.
Sowohl die Mütter als auch – ganz besonders – die Jugendlichen äußerten ihre Freude und Dankbarkeit für diese besondere Begegnung und brachten den Wunsch zum Ausdruck, ähnliche Veranstaltungen künftig öfter zu wiederholen.